1870/71. Reichsgründung in Versailles

Schlachtengalerie

Stahlstich, James Tibbits Willmore (1800 – 1863), nach Frederick Mackenzie (1787 – 1854), Großbritannien, um 1830, Papier

Die Schlachtengalerie (Galerie des batailles) ist ein zentraler Bestandteil des von Ludwig Philipp I. geplanten Nationalmuseums im Schloss Versailles. Sie liegt im ersten Obergeschoss des Prinzenflügels, ist 120 Meter lang und 13 Meter breit. Die Galerie wurde am 10. Juni 1837 eröffnet. Es werden dort 33 Schlachtengemälde unterschiedlichen Formats sowie eine Vielzahl von Büsten französischer Heerführer gezeigt. 

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2742

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[2. Teil der Ausstellung](https://3d-tour.linsenspektrum.de/tour/reichsgruendung-in-versailles-historischer-bahnhof)

Ludwig XIV. (1638 – 1715), König von Frankreich und Navarra

Kolorierter Stahlstich, Antoine Joseph Gaitte (1753 – nach 1835), nach einem Gemälde von Hyacinthe Rigaud (1659 – 1743), Frankreich, um 1844

Ludwig XIV. bestieg 1643, im Alter von vier Jahren, den Thron der Königreiche Frankreich und Navarra. Der König stand zunächst unter der Vormundschaft seiner Mutter, Königin Anna von Österreich (1601 – 1666). Unmittelbar nach dem Tod des die Regierungsgeschäfte leitenden Ministers, Kardinal Jules Mazarin (1602 - 1661), übernahm der junge Herrscher die Selbstregierung.

Leihgabe aus Privatbesitz
 

Die Präfektur in Versailles

Fotografie, Frankreich, um 1875, Abzug auf Papier

Wilhelm I. bezog während seines Aufenthalts in Versailles das zwischen 1863 und 1866 errichtete Gebäude der Präfektur (Préfecture de Versailles). Nach dem Abzug der Deutschen diente das Haus dem Chef der provisorischen Regierung der III. Republik, Adolphe Thiers (1797 – 1877), als Amtssitz. Erst 1879 übernahm es wieder seine Funktion als Verwaltungsgebäude der regionalen Behörden. 

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2021/022
 

Präsident Emmanuel Macron spricht vor dem Kongress des Parlaments am 3. Juli 2017new Tag

Fotografie, Frankreich, 2017, Abzug auf Papier

Bis heute wird das Schloss von Versailles für besondere staatliche Anlässe genutzt. So berief der amtierende französische Staatspräsident Emmanuel Macron Anfang Juli 2017 den Kongress des Parlaments (Congrés du Parlement français), der aus beiden Häusern des französischen Parlaments gebildet wird, nach Versailles ein, um eine Ansprache an die Abgeordneten zu halten.

Imago/PanoramiC, 3.7.2017
 

Zusam[m]enkunft der National-Versammlung im Ballspielhause zu Versailles den 19. Jun. 1789

Kupferstich, Paul Jakob Laminit (1773 – 1831), Deutschland, 1794, Papier

Die Vertreter des 3. Standes verlangten, dass nicht mehr nach Ständen, sondern nach Köpfen abgestimmt würde. Dies wurde von Ludwig XVI. abgelehnt. Daraufhin erklärte sich der 3. Stand am 17. Juni 1789 zur Nationalversammlung. Mit knapper Mehrheit schlossen sich die anderen Stände an. In einem provisorischen Sitzungssaal, einer Halle für Ballspiele, beschloss die neue Nationalversammlung am 20. Juni, sich nicht eher aufzulösen, bis Frankreich eine geschriebene Verfassung erhalten habe („Ballhausschwur“). Am 27. Juni erkannte der König die Nationalversammlung als Vertreterin des ganzen Volkes an.  

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2738
 

Präsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder vor dem französischen und dem deutschen Parlament in Versailles

Fotografie, Frankreich, 2003, Abzug auf Papier

Am 22. Januar 2003 versammelten sich rund 900 Abgeordnete der französischen Nationalversammlung und des Deutschen Bundestages zu einem Festakt anlässlich des 40. Jahrestages der Unterzeichnung des Deutsch-Französischen Vertrages („Élysée-Vertrag“). Der Staatsakt wurde im Schloss von Versailles in Anwesenheit des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac (1932 – 2019) und des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder abgehalten. Der Deutsch-Französische Vertrag von 1963 war nach drei Kriegen eine zentrale Wegmarke für die Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen auf der Grundlage von Frieden und Verständigung.

picture-alliance/dpa, 22.1.2003

André Le Nôtre (auch: Le Nostre, 1613 – 1700)

Lithografie, François-Séraphin Delpech (1778 – 1825), nach einem Gemälde von Carlo Maratta (1625 – 1713), Frankreich, um 1820, Papier

Das Konzept des französischen Barockgartens geht auf den Landschafts- und Gartengestalter Le Nôtre zurück. 1662 begann er mit der Gestaltung der großzügig angelegten Parkanlagen in Versailles, die 1690 abgeschlossen wurden. Weitere Gartenanlagen in Europa beruhen auf Le Nôtres Entwürfen.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2724

Ansicht von Schloss Versailles im Jahr 1667

Stahlstich, Frankreich, um 1840, Papier

Anstelle eines Jagdpavillons errichtete der Hofbaumeister Philibert Le Roy (? – 1646) zwischen 1631 und 1634 eine dreiflügelige Schlossanlage. Der letzte Aufenthalt Ludwigs XIII. in Versailles ist für sein Todesjahr (1643) bezeugt.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2722

Robert de Cotte (1656 – 1735)

Druck, Léopold Massard (1812 – 1889), Frankreich, um 1840, Papier

1672 trat de Cotte als Architekt in den Dienst Ludwigs XIV. Er war der Schwager von Jules Hardouin-Mansart, mit dem er von 1685 bis 1689 zusammenarbeitete. 1689 wurde de Cotte Hofbaumeister. Nach dem Tode Hardouin-Mansarts 1708 erfolgte seine Ernennung zum Ersten Architekten des Königs (Premier architecte du Roi). Er vollendete die von seinem Schwager begonnenen Bauten. De Cotte gilt als einer der bedeutendsten französischen Architekten des Frühbarocks.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2726
 

Jules Hardouin-Mansart (1646 – 1708)

Kupferstich, Charles Simmoneau (1645 – 1728), nach einem Gemälde von François de Troy (1645 – 1730), Frankreich, 1710, Papier

1675 zum Hofarchitekten ernannt, übernahm Hardouin-Mansart 1678 von Louis Le Vau (1612 – 1670) und François d'Orbay (1634 – 1697) die Bauleitung in Versailles. Er errichtete die gartenseitige Schlossfassade, den Nord- und Südflügel, die Kolonnade im Garten, die Schlosskapelle, das Schloss Grand Trianon sowie das in der Stadt Versailles gelegene Grand Commun (Kavaliershaus). In Paris baute er unter anderem den Invalidendom (1679 – 1708).

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2725
 

Charles Le Brun (1619 – 1690)

Kupferstich, Philibert Bouttats der Jüngere (1675 – nach 1736), Niederlande, um 1700, Papier

Der Architekt, Ornamentzeichner und königliche Hofmaler leitete unter anderem die Arbeiten zur Ausstattung des Schlosses von Versailles. Hierzu gehörten die Ausschmückung des Spiegelsaales (1678 – 1686), des Kriegs- und des Friedenssaales (1685/86) sowie der Großen Gesandtentreppe (1674 – 1678). Auch für die künstlerische Ausgestaltung der königlichen Staatsappartements war er verantwortlich. Le Brun gehört zu den bedeutendsten französischen Malern des 17. Jahrhunderts.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2723

Königliche Kapelle des Schlosses Versailles

Kolorierter Stahlstich, Letitia Byrne (1779 – 1849), wohl nach Augustus Charles Pugin (1762 – 1832), Großbritannien, 1829, Papier

Die barocke, mit gotischen Elementen versehene und 1710 eingeweihte Schlosskapelle war das letzte Bauprojekt in Versailles unter Ludwig XIV. Sie ist König Ludwig IX. (1214 – 1270), als Heiliger Ludwig der Schutzpatron des Königshauses, gewidmet. Die Pläne für den zweigeschossigen Bau gehen bis auf das Jahr 1689 zurück. Die Plätze auf der Empore waren für die Mitglieder der königlichen Familie sowie hochrangige Höflinge reserviert.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2730

Königliche Oper des Schlosses von Versailles

Kolorierter Stahlstich, Letitia Byrne (1779 – 1849), nach John Nash (1752 – 1835), Großbritannien, 1829, Papier

1748 beauftragte König Ludwig XV. (1710 – 1774) den Hofarchitekten Ange-Jacques Gabriel (1698 – 1782) mit dem Bau eines Operngebäudes in Versailles. Doch wurde das Gebäude erst zwischen 1768 und 1770 errichtet. Die Hofoper bot Platz für 700 Besucher und 80 Musiker. Sie wurde nicht nur für Opernaufführungen, sondern auch für Bälle, Festessen und Staatsempfänge genutzt. Die Oper war eines der letzten großen Bauvorhaben in Versailles.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2731

Die Heirat der Marie Antoinette

Kolorierter Stahlstich, Thomas Higham (1795 – 1844), nach François-Jules Collignon (? – 1850), Großbritannien, Papier

Der Stich zeigt das Innere der Kapelle des Schlosses von Versailles am Tag der Hochzeit von Marie Antoinette von Österreich mit dem französischen Thronfolger (Dauphin) Prinz Ludwig-August, dem späteren König Ludwig XVI. von Frankreich, am 16. Mai 1770. Die Vermählung diente der Festigung des Bündnisses zwischen den Herrscherhäusern der Bourbonen und der Habsburger.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2734

Ludwig XIV. bei der Jagd in Versailles

Kolorierter Stahlstich, Edward Radclyffe (auch: Radcliffe, 1810 – 1863), nach William Callow (1812 – 1908), Großbritannien, 1839, Papier

Wie schon sein Vater schätzte auch Ludwig XIV. die Jagdgründe um Versailles. Die Jagd diente nicht nur der Erholung des Königs von den Regierungsgeschäften und dem Vergnügen des Hofstaates. Sie diente auch der Pflege dynastischer wie diplomatischer Beziehungen.
Die Jagdhoheit gehörte zu den vornehmsten Vorrechten des europäischen Adels.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2732

Der Hof Ludwigs XV. beim Spiel in Schloss Versailles

Kolorierter Stahlstich, James Baylis Allen (1803 – 1876), nach Charles Aubry (1810 – 1844?), Großbritannien, 1839, Papier

Der Hofstaat in Versailles umfasste rund 20.000 Personen. Das Leben des Hofadels bestand zu einem großen Teil aus langweiliger Routine. Daher dienten Jagden, Feste, Kostümbälle und Gesellschaftsspiele als beliebte Ablenkungen – neben Liebesabenteuern sowie Intrigen, die gegen verhasste Konkurrenten am Hof gesponnen wurden. Das Bild zeigt Mitglieder des Hofstaates beim Kartenspiel, bei dem auch um hohe Geldbeträge gespielt wurde.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2733

Plan von Schloss und Park von Versailles

Druck nach einem Kupferstich von Jean Delagrive (1689 – 1757) aus dem Jahr 1746, Musée de Louvre, Frankreich, um 1890, Papier

Das Schloss verfügte über 2.000 Räume. Der Park umfasste rund 2.400 Hektar.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2729

Blick auf das Schloss Versailles, von der Stadt aus gesehen

Kolorierter Kupferstich, Pierre Menant, gedruckt bei Gilles De Mortain (Demortain), Frankreich, 1714, Papier

Der Kupferstich zeigt die Ansicht auf das Schloss Versailles von der Stadt aus gesehen. In der Mitte ist die Schlosskapelle zu erkennen.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2728

Blick auf das Schloss Versailles, von der Parkseite aus gesehen

Kolorierter Kupferstich, Pierre Menant, Frankreich, 1724, Papier

Der Kupferstich zeigt die Ansicht auf das Schloss von Versailles, auf Teile der Gartenanlage sowie auf einen kleinen Teil der Stadt von einem erhöhten Standpunkt aus.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2727

Einberufung der Generalstände in Versailles, 5. Mai 1789

Kolorierter Stich (Reproduktion), Jan Bulthuis (1750 - 1801) und Reinier Vinkeles (1741 – 1816), nach Jean Michel Moreau (1741 – 1814), Frankreich, 1794, Papier

Am 5. Mai 1789 erfolgte die Einberufung der Generalstände durch Ludwig XVI. im Großen Saal des Hôtel des Menus Plaisirs du Roi, einem Verwaltungsgebäude des königlichen Hofes in Versailles. Bei den Generalständen handelte es sich um eine Versammlung von rund 1.200 gewählten Vertretern aus Adel, Geistlichkeit und Bürgertum. Die Generalstände sollten Steuerreformen genehmigen. Stattdessen legten sie dem König einen Katalog mit Wünschen und Beschwerden vor.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2737
 

Die französische Nationalversammlung im Theater von Versailles

Holzstich, „The Graphic“, Großbritannien, 31. Mai 1873, Papier

Nach dem Sturz des Zweiten Kaiserreichs sowie der Kapitulation der provisorischen Regierung in Paris am 28. Januar 1871 wählten die Franzosen am 8. Februar eine neue Nationalversammlung. Die friedenswilligen monarchistischen Kräfte errangen dabei einen großen Sieg. Die Nationalversammlung trat am 12. Februar in Bordeaux zusammen und wählte fünf Tage später Adolphe Thiers zum „Chef der Exekutive“. Sie stimmte den deutschen Friedensbedingungen zu und verlegte im März 1871 ihren Sitz nicht in das unruhige Paris, sondern nach Versailles. Der Holzstich zeigt die Mitglieder der Nationalversammlung in der Versailler Schlossoper. Am 19. Juni 1879 stimmten beide Kammern der Nationalversammlung für die Rückkehr nach Paris.  

 Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2756

Anne Louise Germaine Baronin de Staël-Holstein (1766 – 1817)

Punktierstich, Edward Scriven (1775 – 1841), nach François Pascal Simon Gérard (1770 – 1837), Großbritannien, 1835, Papier

Madame de Staël war eine französische Schriftstellerin und Tochter des aus Genf stammenden Bankiers und Finanzministers Ludwigs XVI., Jacques Necker (1732 – 1804). Schon als Jugendliche interessierte sie sich für Literatur und Politik. Ihre liberale Einstellung machte sie zur Gegnerin Napoleons I. Zeitweise musste sie deswegen Frankreich verlassen. Sie schrieb Romane, verfasste literaturtheoretische Schriften und veröffentlichte Werke mit politischem Inhalt. Sie starb 51-jährig an den Folgen eines Schlaganfalls. 

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2760

Napoleon I. (1769 – 1821), Kaiser der Franzosen und König von Italien

Stich, Auguste Gaspard Louis Boucher-Desnoyers (1779 – 1857), nach François Pascal Simon Gérard (1770 – 1837), Frankreich, um 1808, Papier, Pappe, Holz, Glas

Napoleon I. hatte weite Teile Deutschlands seiner Herrschaft unterworfen. Die Deutschen profitierten zwar von den Errungenschaften der Französischen Revolution und der napoleonischen Reformen. Aber sie waren verbittert über die Belastungen der französischen Fremdherrschaft. Das Bild zeigt Napoleon I. im Krönungsornat (1804). Die Herrschaftszeichen verweisen auf das römische Kaisertum, die fränkischen Merowinger und Karolinger sowie auf die Bourbonen.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 2021/005

Anne Louise Germaine de Staël: „De l’Allemagne“

Frankreich, 1853, Papier, Pappe

Das zeitweise in Frankreich verbotene Buch „De l’Allemagne“ (Über Deutschland) erschien 1813 in London. Die Autorin verarbeitete darin die Erlebnisse während ihrer Deutschlandreisen 1803/04 und 1807/08. Sie schildert die Deutschen als begeisterte Anhänger von Literatur, Musik und Philosophie, aber auch als politisch rückständiges Volk. Das gelobte, aber auch geschmähte Werk machte deutsche Literatur und Lebensart nicht nur in Frankreich, sondern in ganz Europa einem größeren Publikum bekannt.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Signatur: C 744/0040
 

Ernst Moritz Arndt: „Schriften für und an seine lieben Deutschen“

Deutschland, 1845, Papier, Pappe

Die von Frankreich ausgehende Idee von einem modernen National- und Verfassungsstaat fand auch in Deutschland einen Nährboden. Mit politischen Schriften sowie nationalen Gedichten und Liedern förderte der Schriftsteller die Herausbildung eines deutschen Nationalgefühls. In seiner Schrift „Über den Volkshass und den Gebrauch einer fremden Sprache“ (1813) wird vor allem Frankreich zum Feindbild stilisiert.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Signatur: C 014/0005

Ernst Moritz Arndt (1789 – 1860), deutscher Schriftsteller, Historiker und Politiker

Punktierstich, Karl (Carl) Traugott Riedel (1769 – 1832), Deutschland, um 1820, Papier

Der 1789 auf Rügen geborene Dichter, Schriftsteller und Historiker gilt als literarischer Vorkämpfer gegen die französische Fremdherrschaft. Besonders kritisch wird heute seine scharf ablehnende Haltung gegenüber Franzosen und Juden gesehen, die sich in einigen seiner Schriften widerspiegelt.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2761

Fürst Schwarzenberg überbringt den verbündeten Monarchen am Abend des 18. Oktober 1813 die Siegesnachricht. Szene nach der Völkerschlacht bei Leipzig

Kolorierter Kupferstich (Reproduktion), Johann Lorenz Rugendas (der Jüngere, 1775 – 1826), nach Johann Jakob Wagner (1766 – 1834), Deutschland, um 1900 (Originalvorlage nach 1813)

1812/13 bildete sich ein neues Bündnis, das in den „Befreiungskriegen“ gegen den Franzosenkaiser kämpfte. Der Kupferstich zeigt den Oberbefehlshaber der verbündeten Armeen, Fürst Karl Philipp von Schwarzenberg (1771 – 1821, Bildmitte), wie er Kaiser Alexander I. von Russland (1777 – 1825), Kaiser Franz I. von Österreich (1768 – 1835) und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1770 – 1840) den Sieg über Napoleon I. in der Völkerschlacht bei Leipzig (16. – 19. Oktober 1813) meldet. Die Niederlage des französischen Kaisers führte schließlich zur Befreiung Deutschlands, der Niederlande und Oberitaliens. 

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2762

Karikatur auf die Rheinkrise 1840

Lithografie, unbekannter Künstler, Deutschland, 1840/41, Papier

Die Karikatur nimmt Bezug auf die Rheinkrise von 1840. Sie zeigt in der Mitte den Rhein, links und rechts des Stromes rufen sich Franzosen und Deutsche Unfreundlichkeiten zu. Über dem Rhein in der Bildmitte kämpfen ein Adler (Deutschland) und ein Hahn (Frankreich) miteinander. Während der Rheinkrise hatten französische Politiker und Zeitungen die Verschiebung der Grenze an den Rhein gefordert. Dies führte in Deutschland zu heftigen antifranzösischen Reaktionen. Mit dem Abflauen der Krise beruhigte sich auch die aufgewühlte öffentliche Meinung beiderseits des Rheins wieder.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2766

Karte von Deutschland

Handkolorierte Landkarte, A. Theinert, gedruckt bei Carl Flemming (1806 – 1878), Deutschland, 1859, Papier

Nach dem Sturz Napoleons I. wurde auf dem Wiener Kongress (1814/15) eine neue europäische Friedensordnung errichtet. An die Stelle des 1806 untergegangenen Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation trat der Deutsche Bund. Er bestand aus 39 Mitgliedern und sollte die innere wie äußere Sicherheit der deutschen Staaten garantieren sowie Frankreich eindämmen. Das Kaisertum Österreich war Präsidialmacht dieses Staatenbundes. Die Karte zeigt Deutschland um das Jahr 1859.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: K 2021/002

Karte des Norddeutschen Bundes

Grenzkolorierter Stahlstich, W. Kratz und F. Kern, nach Heinrich Johann Samuel Kiepert (1818 – 1899) und Adolf Gräf, Deutschland, um 1870, Papier

Der Norddeutsche Bund bestand aus 22 Gliedstaaten. Er umfasste eine Fläche von rund 415.000 Quadratkilometer mit knapp 30 Millionen Einwohnern. Preußen nahm rund vier Fünftel des Territoriums sowie 80 Prozent der Bevölkerung des Bundes ein. Dem 1867 reformierten Deutschen Zollverein gehörten neben den Staaten des Norddeutschen Bundes auch Baden, Bayern, Württemberg sowie das Großherzogtum Luxemburg an.

Leihgabe aus Privatbesitz

Reisepass des Königreichs Preußen

Deutschland, 1868, Papier
Germany, 1868, paper

Gemäß Artikel 3 der Verfassung des Norddeutschen Bundes war jeder Angehörige eines Bundesstaates im gesamten Bundesgebiet als Inländer zu behandeln. Jeder Norddeutsche durfte nun ungehindert von einem Bundesstaat in den anderen reisen. Der hier gezeigte Reisepass des Königreichs Preußen wurde für den Tuchmachergesellen Samuel Johann Zimmermann für eine Reise nach Österreich ausgestellt. Ausstellende Behörde war der königliche Landrat des in der preußischen Provinz Posen gelegenen Kreises Samter.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 2017/007

Strafgesetzbuch für den Norddeutschen Bund

Deutschland, 1870, Papier, Pappe

In der kurzen Zeit seiner Existenz schuf der Norddeutsche Bund die Grundlagen für den modernen deutschen National-, Rechts- und Verfassungsstaat. Mit der Einführung eines für den Norddeutschen Bund gültigen Strafgesetz- sowie eines Handelsgesetzbuches wurde die Rechtsprechung der Bundesstaaten vereinheitlicht. Die Angleichung der Rechtsverhältnisse war ein wichtiges politisches Anliegen der Anhänger der nationalen und liberalen Bewegung.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: B 2017/001

Gewichte

Deutschland, um 1870, Metall,

Die neue „Maaß- und Gewichtsordnung für den Norddeutschen Bund vom 17. August 1868“ umfasste sowohl die Längen-, Flächen- und Körpermaße als auch die Gewichte. Sie führte die Einheiten Meter, Quadratmeter, Liter und Kilogramm im gesamten Bundesgebiet ein. Obwohl das Gesetz erst mit dem 1. Januar 1872 in Kraft treten sollte, war die Benutzung der neuen Einheiten schon ab dem 1. Januar 1870 gestattet. Eichämter überwachten die Einhaltung der neuen Maßeinheiten.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 2017/018a-c

Rechenknecht nach der neuen Maaß- und Gewichtsordnung für den Norddeutschen Bund und das Großherzogtum Baden

Deutschland, 1868, Papier

Um Handel und Industrie in Deutschland zu fördern, wurden 1868 mit dem aus Frankreich übernommenen metrischen sowie dem Dezimalsystem einheitliche Maße und Gewichte eingeführt. Das Büchlein enthält hierfür zahlreiche Umrechnungstabellen.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 2017/019

Otto von Bismarck (1815 – 1898), preußischer Ministerpräsident, Kanzler des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reiches

Portraitbüste, Elisabet Ney (1833 – 1907), Deutschland, nach 1867, Gips

1867 übernahm Otto von Bismarck das Amt des Bundeskanzlers. Die Vorlage für die hier gezeigte Büste entstand im selben Jahr. Elisabet Ney gilt als die bedeutendste Künstlerin der Berliner Bildhauerschule.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 2021/007

Wilhelm I. (1797 – 1888), Deutscher Kaiser und König von Preußen

Portraitbüste, Christian Keil (1826 – 1888), Deutschland, 1869, Marmor

Wilhelm I., seit 1861 König von Preußen und seit 1867 auch Oberhaupt des Norddeutschen Bundes nahm 1871 den Titel eines „Deutschen Kaisers“ an. Die Büste zeigt den Monarchen barhäuptig in Uniform mit Orden und Schulterband.

Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 038

Empfang Otto von Bismarcks am französischen Kaiserhof

Zeichnung, Carl Röhling (1849 – 1922), aus:  Otto von Bismarck. Ernstes und Heiteres aus dem Leben des grossen Kanzlers, Berlin 1897, S. 20.

Das Bild zeigt den Empfang des preußischen Gesandten Otto von Bismarck durch das französische Kaiserpaar im Jahr 1862. Von März bis September 1862 leitete Bismarck die preußische Gesandtschaft in Paris. Er befürwortete eine flexible Politik gegenüber dem Zweiten Kaiserreich. Dies trug ihm die Kritik konservativer Politiker ein, die in Frankreich eine Bedrohung für den Frieden und die monarchische Ordnung in Europa sahen. Zum ersten Mal waren sich Bismarck und Napoleon III. bereits 1855 auf einem Ball in Versailles begegnet.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, ohne Inventar-Nr.

Bruststern und Kleinod zum Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion

Frankreich, 1865

Am 25. April 1865 verlieh Kaiser Napoleon III. das Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion an Otto von Bismarck. Die Annahme des ausländischen Ordens durch den Geehrten wurde am  20. Mai 1865 von König Wilhelm I. genehmigt. Der Orden der Ehrenlegion war 1802 von Napoleon Bonaparte als Erstem Konsul der Französischen Republik gestiftet worden. Dem Bruststern liegt ein kaiserlicher Adler mit Donnerkeil und Blitzbündel auf, umgeben von der Devise „HONNEUR ET PATRIE“ (Ehre und Vaterland). Das Kleinod mit Kaiserkrone zeigt in der Mitte das Portrait Napoleons I.

Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O OO3

Ein ärztliches Bulletin, Flugblatt Nr. 13

Holzschnitt, A. Matthis, Deutschland, 1870/71, Papier

Die Karikatur auf Napoleon III. erschien nach dem Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Sie zeigt den Kaiser als heiter dreinblickenden und blutsaufenden Trunkenbold in einem Weinkeller. Die Namen von Staaten und verlorenen Schlachten verweisen auf die weltweite imperiale, kriegerische Großmachtpolitik Napoleons III. und die damit verbundenen Opfer.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 084/002

Öffentliche Bekanntmachung über die Wiederherstellung des Kaisertums

Druck, Frankreich, 1852, Papier

Der Präfekt des Departements Rhone, Charles-Wangel Bret (1791-1860), würdigt in dem Plakat Louis Napoleon Bonaparte als Retter der Nation vor der Anarchie und verkündet die Wiederherstellung des Kaisertums in Frankreich. In der Volksabstimmung vom 21. November 1852 hatten sich 7.824.000 Franzosen für und nur 253.000 gegen die Erneuerung des Kaiserreiches entschieden. Am 2. Dezember 1852 ließ sich der Prinz-Präsident als Napoleon III. zum Kaiser der Franzosen ausrufen.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2768

Napoleon III. (1808 – 1873), Kaiser der Franzosen

Handkolorierter Stahlstich, Daniel John Pound (1820 – 1894) nach Franz Xaver Winterhalter (1805 – 1873), Großbritannien, um 1860, Papier

Napoleon III. trägt einen blauen Uniformrock sowie die Kette (Kollane) des Großmeisters des Ordens der Ehrenlegion. Der Hermelinmantel symbolisiert seine monarchische Autorität. Neben dem Herrscher sind die Kleinodien des Zweiten Kaiserreiches (Krone, Zepter) auf einem Paradekissen abgelegt, in seiner Rechten hält er einen goldenen Stab, an dessen Spitze sich eine weiße, emaillierte, segnende Hand befindet. Diese „Hand der Gerechtigkeit“ (main de justice) war ein Symbol für die angeblich heilenden Kräfte sowie die höchste richterliche Gewalt der fränkischen und französischen Monarchen.

Leihgabe aus Privatbesitz

Eugénie de Montijo (1826 – 1920), Kaiserin der Franzosen, Gräfin von Teba, Marquise von Ardales

Handkolorierter Stahlstich, Daniel John Pound (1820 – 1894), Großbritannien, um 1865, Papier

Seit 1853 mit Napoleon III. verheiratet, galt die Kaiserin als Stilikone ihrer Zeit. Sie trägt ein spitzenbesetztes Kleid mit Schulterband und Orden, auf dem Kopf ein juwelenbesetztes Diadem sowie um den Hals ein Perlenkollier. Ein Hermelinmantel verweist auf ihre monarchische Position. Als Vorlage diente vermutlich ein Gemälde von Franz Xaver Winterhalter.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2769

Übergabe der Adlerstandarten auf dem Marsfeld

Druck, Edouard Follet (1824 -?), nach Henri Félix Philippoteaux (1815 – 1884), Frankreich, um 1853, Papier

Die Macht von Louis Napoleon Bonaparte ruhte vor allem auf der Treue der Armee und dem Zuspruch des Volkes. Der Name Bonaparte besaß innerhalb der französischen Streitkräfte noch immer hohes Ansehen. Die enge Verbindung zwischen Louis Napoleon und den Truppen wurde symbolisch durch die Übergabe der Adlerstandarten verdeutlicht. Diese fand 1852 auf dem Marsfeld statt. Das Bild zeigt paradierende Soldaten vor einer mit Fahnen und Adlern geschmückten Tribüne, die vor dem Hauptgebäude der Militärakademie (École militaire) errichtet worden war.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2769

Das Palais Bourbon. Sitzungsgebäude der „Gesetzgebenden Körperschaft“

Fotografie, Frankreich, um 1860, Abzug auf Papier

Im Palais Bourbon versammelte sich zur Zeit Napoleons III. die zweite Kammer des Parlaments, die „Gesetzgebende Körperschaft“ (Corps législatif). Ihr fehlte nach der Verfassung von 1852 das Recht der Gesetzesinitiative. Auch war die Regierung ihr gegenüber nicht verantwortlich. Es galt das Mehrheitswahlrecht, jedoch wurden Wahlen von der Regierung beeinflusst. Erst in den späten 1860er Jahren wurden ihre Rechte erweitert. Heute tagt in dem Gebäude die französische Nationalversammlung (Assemblée nationale).

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2021/009

Die Bevollmächtigten auf dem Pariser Kongress

Fotografie, Meyer & Pierson, Frankreich, 1856, Abzug auf Papier

Der Pariser Frieden vom 30. März 1856 zwischen dem Osmanischen Reich, Großbritannien, Frankreich und Sardinien-Piemont auf der einen sowie Russland auf der anderen Seite beendete den Krimkrieg. Auch Österreich und Preußen waren auf dem Kongress vertreten. Der Frieden garantierte unter anderem die staatliche Integrität des Osmanischen Reiches und erklärte das Schwarze Meer für neutral. Durch den Sieg im Krimkrieg erlangte Frankreich seine Stellung als führende Macht in Europa zurück. Das Foto zeigt die Bevollmächtigten der am Kongress teilnehmenden Mächte.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2021/033

Napoleon III. bei Solferino

Radierung, Auguste Boulard (1825-1897), nach Jean Louis Ernest Meissonier (1815 – 1891), Frankreich, 1884, Papier

Mit dem Sieg der französischen und sardischen Truppen über die Österreicher bei Solferino am 24. Juni 1859 war der 2. Italienische Unabhängigkeitskrieg entschieden. Die Verbündeten verloren 15.000 und die Österreicher 14.000 Gefallene und Verwundete. Hinzu kamen etliche Gefangene und Vermisste. Damit war Solferino die blutigste Schlacht seit Waterloo (1815). Zu ihren Folgen gehörte die Gründung des Roten Kreuzes durch den Schweizer Henry Dunant (1828 – 1910) sowie der Abschluss der Genfer Konvention (1863). Das Bild zeigt Napoleon III. mit seinem Stab bei der Beobachtung der Kämpfe.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2772

Öffentliche Bekanntmachung des Abschlusses des Vorfriedens von Villafranca

Druck, Frankreich, 1859, Papier

Das Plakat des Präfekten des Departements Nord verkündet den am 11. Juli 1859 mit dem Kaiser von Österreich abgeschlossenen Vorfrieden von Villafranca. Österreich musste die Lombardei an Napoleon III. abtreten. Dieser reichte die Provinz an Sardinien weiter. Venezien verblieb bei Österreich, das einem noch zu gründenden italienischen Staatenbund unter dem Ehrenvorsitz des Papstes beitreten sollte. Zudem wurde eine allgemeine Amnestie vereinbart. Diese Bestimmungen wurden im endgültigen Frieden von Zürich (10. November 1859) bestätigt.  

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2773

Isabella II. (1830 – 1904), Königin von Spanien

Fotografie, Jean Laurent y Minier (1816 – 1886), Spanien, um 1865, Abzug auf Papier

1833 bestieg Isabella II. aus dem Haus der Bourbonen als dreijähriges Kind den Thron Spaniens. 1843 wurde die junge Monarchin vom Parlament, den Cortes, für mündig erklärt. Sie stand zeitlebens unter dem Einfluss von Personen aus Adel, Geistlichkeit, Militär und Politik. Die Königin trägt ein Kleid, das unter anderem mit Kastellen und Löwen bestickt ist, den Wappenzeichen der historischen spanischen Regionen Kastilien und Leon. Sie trägt ein Diadem, eine Perlenkette sowie eine Schärpe mit Orden.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2021/043

Reisepass

Druck, Frankreich, 1854, Papier

Reisepass für Tomás de Ligués y Bardají, Marquis de Alhama (1812 – 1883), ausgestellt vom kaiserlich französischen Außenminister Édouard Drouyn de Lhuys (1805 – 1881) am 20. Dezember 1854. De Ligués war 1854 Geschäftsträger an der spanischen Botschaft in Paris. Frankreich betrachtete Spanien aufgrund vielfältiger politischer und wirtschaftlicher Interessen als sein Einflussgebiet. Hervorzuheben ist bei dem Dokument das farbig gestaltete Wappen des Zweiten Französischen Kaiserreichs.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2780

Landkarte des Zweiten Französischen Kaiserreichs

Stich, Berhard Klein, nach Ludwig Ravenstein, Deutschland, 1864, Papier

Die Landkarte zeigt das Französische Kaiserreich nach dem Erwerb von Nizza und Savoyen durch Napoleon III.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, K 2021/003

Maximilian I. (1832 – 1867), Kaiser von Mexiko, Charlotte (1840 – 1927), Kaiserin von Mexiko

Lithografie, A. Gocht, Deutschland, nach 1867, Papier

Zwischen 1862 und 1867 versuchte Napoleon III. im krisengeschüttelten Mexiko ein von Frankreich abhängiges Kaiserreich unter Erzherzog Maximilian von Habsburg zu etablieren. 1864 bestieg dieser den mexikanischen Kaiserthron. Um sich gegen die Republikaner unter Präsident Benito Juaréz (1806 – 1872) halten zu können, bedurfte er der Hilfe französischer Truppen. Als diese 1867 zurückgezogen wurden, brach Maximilians Herrschaft zusammen. Er wurde gefangengenommen und hingerichtet. Der Kaiser trägt einen Zivilanzug mit Bruststern auf der Jacke, über der Weste eine Schärpe und um den Hals das Kleinod des Ordens vom Goldenen Vlies.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2774

Die Besetzung von Mexiko-Stadt am 1. August 1863

Holzstich, Félix Thorigny (1824 – 1870), Frédéric Théodore Lix (1830 – 1897), nach M. Bertin, Frankreich, 1863, Papier

Die Zeichnung zeigt den Einmarsch französischer Truppen unter dem Kommando des Generals François Achille Bazaine (1811 – 1888) in Mexiko-Stadt am 1. August 1863. Bis 1867 gelang es den Franzosen, große Teile Mexikos unter ihre Kontrolle zu bekommen. Nach dem Ende des Bürgerkrieges in den USA forderten diese Frankreich auf, sich aus Mexiko zurückzuziehen. Am 5. Februar 1867 räumten die letzten französischen Soldaten Mexiko-Stadt und verließen das Land. Maximilian I. unterlag schließlich mit seinen verbliebenen Truppen den republikanischen Armeen.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2775

Plan des Geländes der Weltausstellung in Paris im Jahr 1867

Lithografie, Pierre Lanith Petit (1832 – 1909), Frankreich, 1867, Papier

1867 fand die Weltausstellung (Exposition universelle d’Art et d’industrie) in Paris statt. Dort präsentierten 32 Nationen mit 33.000 Ausstellern ihre neuesten technischen, gewerblichen und künstlerischen Errungenschaften. Sie gilt als einer der letzten Höhepunkte der Regierung Napoleons III. Der Plan zeigt das Ausstellungsgelände auf dem Marsfeld (Champ de Mars) mit dem ovalen Ausstellungspalast. Rund 11 Millionen Menschen besuchten die Weltausstellung.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2776

Eintrittskarte Otto von Bismarcks für die Weltausstellung in Paris 1867

Druck, Frankreich, 1867, Papier

Nach Beilegung der Luxemburgkrise schien sich das Verhältnis zwischen Frankreich und Preußen zu entspannen. Otto von Bismarck gehörte zur Begleitung König Wilhelms I., der am 5. Juni 1867 in Paris eintraf. Auf seiner persönlichen Eintrittskarte für die Weltausstellung ist neben dem handschriftlich eingetragenen Namen Bismarcks der Namenszug von Frédéric Le Play (1806 – 1882) aufgedruckt, der als Staatsrat und Generalkommissar ausgewiesen ist.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Nachlass Otto von Bismarck, A 28, Bl. 9

Karikatur „M. de Bismark“ aus: La Lune Nr. 57 vom 7. April 1867

Louis-Alexandre Gosset de Guines (Pseudonym: André Gill, 1840 – 1885), Frankreich, 1867, Papier

Die deutschen Einheitsbemühungen wurden in Frankreich kritisch gesehen. Auch die französische Presse nahm sich der Politik Otto von Bismarcks an. Das französische Satireblatt „La Lune“ (Der Mond) zeigt Bismarck mit dem Körper einer Katze und übergroßem Kopf, der eine Mausefalle aufgestellt hat. Eine Maus befindet sich unmittelbar vor der Falle. Im Hintergrund ist eine große Pickelhaube als Symbol für den preußischen Militär- und Machtstaat zu erkennen. Der Karikaturist kritisiert Bismarck, dem die kleinen deutschen Staaten in die Falle gehen.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2398

Plakat über die Volksabstimmung am 8. Mai 1870

Druck, Frankreich, 1870, Papier

In der Volksabstimmung vom 8. Mai 1870 ließ Napoleon III. die eingeleiteten freiheitlichen Reformen des politischen Systems bestätigen. 7.350.142 Wähler (82,7%) stimmten für, 1.538.825 (17,3%) gegen die Reformen. Dies war ein beeindruckender Abstimmungserfolg für die Regierung. Doch die Opposition wurde stärker, und Forderungen nach weiteren Reformen wurden erhoben. In dem Plakat der Präfektur des Departements Maine et Loire wird unter anderem die öffentliche Zusammenkunft der Wahlkommission angeordnet.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2779

Gestellungs-Ordre

Druck, Deutschland, 1870, Papier

Die Gestellungs-Order (Einberufungsbefehl) verpflichtete den Landwehr-Angehörigen Heyse aus Potsdam, sich am 19. Juli 1870 um 8.00 Uhr morgens im Potsdamer Lustgarten einzufinden. Nach Ableistung des regulären dreijährigen Wehrdienstes wurden die Wehrpflichtigen für zwei Jahre der Reserve, anschließend noch für einige Jahre der Landwehr zugeführt.  

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 078

Das Ministerium vom 2. Januar 1870, das Preußen den Krieg erklärte

Fotografie, Frankreich, 1870, Abzug auf Papier

Die Fotografie zeigt ein Gruppenbild des Kabinetts von Émile Ollivier. In der Mitte sitzt Kaiser Napoleon III., umgeben von seinen Ministern. Nach Bekanntwerden der „Emser Depesche“ beriet das Kabinett über das weitere Vorgehen. Die Kriegsbefürworter, unterstützt von der Kaiserin, plädierten für die sofortige Mobilmachung. Ollivier riet zur Zurückhaltung, der schwerkranke Napoleon III. war unentschlossen. Schließlich setzte sich die Kriegspartei durch: Am 14. Juli 1870 wurde die Mobilmachung beschlossen, am 15. Juli billigte das Corps législatif die Kriegskredite und am 19. Juli wurde die Kriegserklärung in Berlin übergeben.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2021/006

Extrablatt der Neuen Preußischen Zeitung („Kreuzzeitung“)

Druck, Deutschland, 1870, Papier

Das undatierte Extrablatt der „Kreuzzeitung“ nimmt Bezug auf die Bekanntmachung des französischen Kabinettsbeschlusses, Preußen den Krieg zu erklären. Die seit 1848 überregional erscheinende Zeitung mit einer nicht sehr hohen Auflage (um 1870 ca. 9.000 Stück) galt als Sprachrohr monarchisch-konservativer Kreise. Zu ihren Mitbegründern gehörte auch Otto von Bismarck. Eine unbekannte Person ergänzte das Blatt um einen Vermerk: „wird ihn [den Krieg] aber verlieren, das feige, heimtückische Volk der Franzosen.“ Der handschriftliche Zusatz ist ein Beleg für die damalige nationale Erregung in Deutschland.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 073

Das Bundeskanzleramt im Felde

Farblithografie, nach einer Zeichnung von Otto Wisnieski, Deutschland, 1870/71, Papier

Als Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes, preußischer Ministerpräsident und Außenminister war Otto von Bismarck Leiter der zentralen zivilen politischen Entscheidungsinstanzen. Damit gehörte er dem Großen Hauptquartier (mobile strategische Kommandozentrale des preußischen Heeres und der Streitkräfte der verbündeten süddeutschen Staaten) an. So befanden sich Bismarck und seine Mitarbeiter in unmittelbarer Nähe Wilhelms I. sowie des preußischen Generalstabs. Die Gesamtzahl der Personen betrug am Ende des Krieges um die zwanzig Mitarbeiter, angefangen von den Räten bis hin zu den Kanzleidienern.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: L 1999/076

Helmuth Graf von Moltke (1800 – 1891), preußischer Generalfeldmarschall

T. Lange, Deutschland, um 1900, Öl auf Leinwand
T. Lange, Germany, ca. 1900, oil on canvas

Das Portrait zeigt Helmuth von Moltke in Uniform mit Pickelhaube. 1857/58 wurde er zum Chef des Generalstabs ernannt. Die Siege in den Kriegen gegen Dänemark, Österreich und Frankreich gehen maßgeblich auf seine Operationspläne zurück. Noch während des Frankreichfeldzuges wurde er von König Wilhelm I. in den Grafenstand erhoben. Am 16. Juni 1871 erfolgte seine Beförderung zum Generalfeldmarschall.

Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 367

Napoleon III. und sein Sohn im Lager von Châlons

Fotografie, Eugène Appert (1830 – 1905), Frankreich, 1870, Abzug auf Papier

Das Gruppenfoto zeigt Kaiser Napoleon III. sowie seinen Sohn, den kaiserlichen Prinzen Napoléon Eugène Louis Bonaparte, inmitten einer Gruppe von hohen Offizieren im Feldlager von Châlons. Napoleon III. hatte bei Kriegsausbruch die Regentschaft an seine Frau Eugénie übergeben und das Oberkommando über die französische Armee übernommen. Doch aufgrund starker Blasenbeschwerden übergab der Kaiser das Kommando bereits am 12. August 1870 an Marschall François Achille Bazaine. Daraufhin begab er sich ohne militärische Funktion zur neu aufgestellten Armee des Marschalls Patrice de Mac Mahon nach Châlons.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2021/013

Mac Mahons Flucht bei Wörth am 6. August 1870

Lithografie, Deutschland, um 1875, Papier

Um der Einkesselung durch die III. deutsche Armee unter dem Kommando des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (1831 – 1888) bei Wörth zu entgehen, musste das 1. französische Armeekorps unter Mac Mahon die Flucht nach Westen antreten.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2782

Grabmal auf dem Galgenberg bei Wörth

Fotografie, Frankreich, 1870, Abzug auf Papier

Die Fotografie zeigt ein frisch angelegtes Grab für zehn deutsche Offiziere, die in der Schlacht bei Wörth am 6. August 1870 gefallen waren. Die Schlacht kostete die deutsche Seite rund 10.600 Gefallene und Verwundete. Die Verluste der Franzosen betrugen rund 8.000 Tote und Verwundete sowie jeweils 6.000 Versprengte und Gefangene. Im gesamten Krieg verloren die Deutschen 49.378, die Franzosen 138.900 Soldaten. Das Foto stammt aus einem Kriegsgedenkalbum für den preußischen Kronprinzen.

Leihgabe Stiftung Schloss Glücksburg, ohne Signatur

Telegramm Otto von Bismarcks an seine Frau Johanna vom 5. August 1870

Deutschland, 1870, Papier

In dem Telegramm an seine Frau Johanna (1824 – 1894) bezeichnet er die übertriebenen Siegesmeldungen der Franzosen bei Saarbrücken, das am 2. August 1870 nur kurzzeitig besetzt werden konnte, als Unwahrheit. Dafür bestätigt er den deutschen Sieg bei Weißenburg vom 4. August 1870.

Archiv der Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Signatur: A 3, Bl. 19

Die Schlacht von Mars-la-Tour am 16. August 1870

Emil Hünten (1827 – 1902), Deutschland, 1878, Öl auf Leinwand

In der Nähe von Metz kam es zu den Kämpfen bei Colombey-Nouilly (14. August 1870), Mars-la-Tour/Vionville (16. August) und Gravelotte/St. Privat (18. August 1870), der größten und verlustreichsten Schlacht während des Krieges. Das Gemälde zeigt in der linken Bildhälfte Otto von Bismarcks kämpfende Söhne Herbert (1849 – 1904) und Wilhelm (1852 – 1901). Herbert wurde am Unterschenkel verwundet. Das Werk war eine Auftragsarbeit für die Familie von Bismarck.

Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 041

Kriegsgefangene Kolonialsoldaten 1870

Christian Sell der Jüngere (1854 – 1925), Deutschland, 1890, Öl auf Leinwand

Die von einem preußischen Soldaten bewachten Angehörigen der französischen Kolonialtruppen („Turkos“) waren an ihren exotischen Uniformen mit kurzen blauen Jäckchen samt gelben Ornamenten, der Bauchbinde, den weiten Hosen sowie der roten Mütze zu erkennen. In kurzer Zeit mussten zahlreiche Gefangene nach Deutschland transportiert und dort untergebracht werden. Viele von ihnen lebten in Barackenunterkünften, Tausende starben an Krankheiten. Insgesamt gerieten knapp 475.000 französische Soldaten in Kriegsgefangenschaft.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 2021/012

„Kriegsgefangen“

Unbekannter Künstler, nach Anton von Werner (1843 – 1915), Deutschland, nach 1886, Öl auf Holz

Ein gefangener Franzose wird durch sein Heimatdorf Jouy-aux-Arches bei Metz geführt, wo er von seiner Frau Abschied nimmt. Diese hat einem preußischen Soldaten ihr Kind in den Arm gedrückt, während ein Offizier die Szene beobachtet.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 2021/011

Bazeilles, 1. September 1870

Fotografie, Frankreich, 1870, Abzug auf Papier

Der Häuserkampf brachte den bayerischen Soldaten hohe Verluste ein. Auch 43 Einwohner wurden getötet und deren Häuser angezündet, weil sich zur Erbitterung der Bayern Zivilisten am Kampf beteiligt hatten. Weitere 150 Bewohner starben später an ihren Verletzungen. Am Ende des Kampfes stand der ganze Ort in Flammen. Die Fotografien zeigen die Ruinen in Bazeilles.  

Leihgabe Stiftung Schloss Glücksburg, ohne Signatur

„Sire, hier ist ein Brief von Seiten des Kaisers“, Frénois bei Sedan, 1. September 1870

Arthur Nikutowski (1830 – 1888), Deutschland, 1870, Öl auf Leinwand

Das Gemälde hält den Moment der Übergabe eines Briefes Napoleons III. an König Wilhelm I. durch den Generaladjutanten des französischen Kaisers, General Graf André Charles Victor Reille (1815 – 1887), am Abend des 1. Septembers 1870 fest. In dem Brief bot Napoleon III. dem preußischen König seinen Degen sowie die Aufnahme von Kapitulationsverhandlungen an. Der Kaiser hatte sich zuvor zur Armee nach Sedan begeben, um die Moral der Truppen zu stärken. Mit diesen war er von den Deutschen eingeschlossen worden.

Leihgabe Pastbuy.net, Auktionshaus für Historica GmbH & Co KG, Witzhave

Mitrailleuse

Frankreich, 1865, Bronze, Eisen, Holz

Die Mitrailleuse, ein 1850 in Belgien entwickeltes und handbetriebenes Salvengeschütz, wurde 1870/71 von der französischen Armee eingesetzt. Die Waffe besteht aus 25 gezogenen Läufen und ist auf eine Artillerielafette montiert. Das Laden mit 25 auf eine Platte montierten Kugeln erfolgte von hinten. Die während des Krieges eingesetzten 190 Mitrailleusen sorgten zwar zu Kriegsbeginn für Schrecken unter den deutschen Soldaten, erwiesen sich aber im Gefecht als unzureichend. Die hier gezeigte Waffe ist ein Beutestück aus dem Besitz Otto von Bismarcks.

Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 367

Stuhl von Donchery mit Vitrine

Frankreich/Deutschland, um 1870, Holz, Bast, Glas

Auf dem hier gezeigten Stuhl soll Napoleon III. bei seinem Gespräch mit Otto von Bismarck in Donchery gesessen haben. Der Kaiser verwies darauf, dass Friedensverhandlungen mit der Regierung und dem Parlament in Paris zu führen seien. Derweil wurden auf Schloss Bellevue die Kapitulationsverhandlungen wieder aufgenommen. Die gesamte französische Armee in Sedan (über 100.000 Mann, darunter der Kaiser, 39 Generäle und 2.300 Offiziere) musste schließlich in Kriegsgefangenschaft gehen.

Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 046

Bismarck und Napoleon III. vor dem Weberhaus in Donchery (2. September 1870)

Farbdruck, Deutschland, 1870, Papier

Die Kapitulationsverhandlungen fanden im nahegelegenen Schloss Bellevue statt. Sie wurden zwischenzeitlich unterbrochen. Die Franzosen hatten Milderungen der deutschen Bedingungen verlangt, was abgelehnt wurde. Daraufhin bat Napoleon III. am 2. September vergeblich um ein Gespräch mit Wilhelm I. Stattdessen kam es zu einem Treffen mit Otto von Bismarck in einem Weberhaus in Donchery. Die Unterhaltung wurde später vor dem Gebäude fortgesetzt.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: L 1999/106

Taschenuhrhalter „Sedan“

Großbritannien, um 1870, Steingut

Der Uhrenhalter aus Staffordshire-Keramik nimmt Bezug auf die Kapitulation Napoleons III. bei Sedan. Der Kaiser und Wilhelm I. befinden sich im Zwiegespräch. Sie sitzen auf farbigen Sesseln, ihre Kopfbedeckungen haben sie auf einem kleinen Tisch abgelegt. Auf dem Sockel ist das Wort „Sedan“ aufgetragen.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 2021/015

Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel

Fotografie, Deutschland, 1895, Abzug auf Papier

Nach einem kurzen Treffen zwischen Napoleon III. und Wilhelm I. am 3. September 1870 auf Schloss Bellevue bei Frénois, wurde dem französischen Kaiser und seinem Hofstaat Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel als Wohnsitz zugewiesen. Er verblieb hier vom 5. September 1870 bis zum 19. März 1871. Danach begab er sich nach Großbritannien ins Exil. Napoleon III. starb am 9. Januar 1873 in Chislehurst. Schloss Wilhelmshöhe war zwischen 1786 und 1798 für Landgraf Wilhelm IX. (1743 – 1821) von Hessen-Kassel im Stil des Klassizismus erbaut und später erweitert worden. Es diente ab 1891 als Sommerresidenz der Hohenzollern.

 Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2011/209

[Die] 4. Kürassiere im Gefecht

Theodor Rocholl (1854 – 1933), Deutschland, undatiert, Öl auf Leinwand

Das impressionistisch beeinflusste Gemälde zeigt eine galoppierende Gruppe von Reitern des Kürassierregiments „von Driesen“ (Westfälisches) Nr. 4 im Gelände, wohl während der Schlacht von Mars-la-Tour im August 1870.

Leihgabe Pastbuy.net, Auktionshaus für Historica GmbH & Co KG, Witzhave

Ausrufung der Republik in Paris durch Gambetta am 4. September 1870

Druck, Großbritannien, 1883, Papier

Nach Bekanntwerden der Kapitulation von Sedan und der Gefangennahme Napoleons III. stürmte eine aufgebrachte Menge das Parlamentsgebäude. Die Regierung Cousin-Montauban wurde für abgesetzt erklärt. Die Zeichnung zeigt eine Volksmenge vor dem Palais Bourbon, zu der der neu ernannte Innenminister Léon Gambetta (1838 – 1882) spricht.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2783

Die Regierung der nationalen Verteidigung

Fotografie, Frankreich, 1870, Abzug auf Papier

Auf dem Gruppenbild versammelt sich die am 4. September 1870 von linken und liberalen Republikanern in Paris neu gebildete „Regierung der nationalen Verteidigung“ (Gouvernement de la défense nationale). Am Tag zuvor war Napoleon III. für abgesetzt erklärt worden. Das neue Kabinett blieb bis zum 19. Januar 1871 im Amt.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2021/036

Louis Jules Trochu (1815 – 1896), französischer General und Politiker

Fotografie, Henri Le Lieure de l'Aubepin (1831 – 1914), Frankreich, um 1870, Abzug auf Papier

Louis Trochu war am 17. August 1870 von Napoleon III. zum Militärgouverneur von Paris
ernannt worden. Nach Ausrufung der Republik ließ er sich zum Vorsitzenden der „Regierung der nationalen Verteidigung“ wählen. Er blieb aber Militärgouverneur und Oberbefehlshaber der Truppen in Paris. Trochu organisierte den Widerstand gegen die deutschen Belagerungstruppen. Nach der Niederlage von Buzenval am 19. Januar 1871 musste er das Oberkommando abgeben.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2021/014

Französische Geschützstellung am Mont Valérien, 4. Januar 1871

Fotografie, Deutschland, 1871, Abzug auf Papier

Die Fotografie zeigt die Batterie „Belle Josephine“ mit Bedienungsmannschaft am Fort Mont Valerién. Das zwölf Kilometer westlich der Hauptstadt gelegene Fort gehörte zum Pariser Festungsgürtel.

Leihgabe Stadtarchiv Stendal, Signatur: BG 042-241

Im Etappenquartier vor Paris (24. Oktober 1870)

Chromolithografie, nach Anton von Werner, Deutschland, um 1900, Pappe, Papier

Die Darstellung nach einem 1894 entstandenen Gemälde Anton von Werners zeigt deutsche Soldaten bei der Einquartierung im Schloss von Brunoy außerhalb von Paris. Einige Soldaten musizieren, andere ruhen, während ein Bursche das Feuer im Kamin schürt. Die meisten Soldaten mussten sich während des gesamten Feldzugs, auch im Winter, mit Unterständen oder Zelten begnügen. Vorlage des Bildes war eine Skizze der Szene, die Werner 1871 angefertigt hatte.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 2021/016

Deutsches Feldlager bei Charly

Fotografie, Philipp Remelé (1844 – 1883), Deutschland, 1870, Abzug auf Papier

Das Bild aus der Fotoserie „Scenen aus dem Kriegslager bei Metz 1870“ zeigt eine Gruppe von deutschen Soldaten im Feldlager bei Charly in der Nähe von Metz.

Leihgabe Stadtarchiv Stendal, Signatur: BG 042-212

Bismarck vor Versailles

Wilhelm Camphausen (1818 – 1885), Deutschland, 1873, Öl auf Leinwand

Aufgrund des deutschen Vormarsches in Frankreich und nach Bekanntwerden der deutschen Friedensbedingungen drohte eine Einmischung der europäischen Mächte in den Konflikt. Bismarck wollte daher so rasch wie möglich Frieden zu seinen Bedingungen schließen. Daher forderte er gegen den Widerstand ranghoher Militärs die umgehende Beschießung der belagerten französischen Hauptstadt. Er hoffte, die Machthaber in Paris auf diese Weise zu einem Friedensabkommen zu zwingen.

Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 232

Briefbeschwerer

Frankreich, 1870, Metall, Marmor

Bereits kurze Zeit nach der Übergabe Straßburgs wurden aus Geschossresten gefertigte Souvenirs in Deutschland verkauft. Viele Straßburger bestritten ihren Lebensunterhalt mit dem Sammeln und Verkaufen von militärischem Metallschrott. Einige von ihnen stellten aus Granatfragmenten kleinere Objekte wie etwa Briefbeschwerer her. Das vorliegende Objekt besteht aus einer halbierten Rundgranate, die auf drei Schrapnell-Geschossen ruht. Diese sind auf eine Marmorplatte montiert. Die Inschrift weist auf eine französische Arbeit hin.

Leihgabe Tobias Köhler, Hamburg

Tintenfass aus dem Besitz des Marschalls Bazaine

Frankreich, B. Rianchon, vor 1870, Porzellan, Metall

Das Tintenfass gehörte Marschall Bazaine, der es bei der Belagerung von Metz benutzt haben soll. Es gelangte später in den Besitz Otto von Bismarcks. Wer sich beim Besuch in Friedrichsruh ins Gästebuch eintrug, tunkte zuvor die Feder in dieses Tintenfass ein.

Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 232

Geschosssplitter

Deutschland, 1870, Metall, Holz

Geschosssplitter eines preußischen Feldgeschützes. Der Splitter soll vom Schlachtfeld von Metz stammen.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, O 2021/017

Souvenir zur Erinnerung an die Belagerung von Paris 1870/71

Frankreich, 1871, Glas, Pappe

Das Souvenir erinnert an die Lebensmittelnot während der Belagerung von Paris. In dem ovalen Glasbehältnis befindet sich der Rest einer Brotration. Auf dem Boden sind Preisangaben für Nahrungsmittel und die Dauer der Belagerungszeit abgedruckt. Bereits am 14. Dezember 1870 wurde Brot rationiert. Die steigenden Lebensmittelpreise waren besonders für die Armen kaum bezahlbar.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 2021/018

Brief aus Rouen

Frankreich, 1870, Papier

Der vierseitige Brief eines Franzosen aus der Stadt Rouen wurde am 6. Dezember 1870 geschrieben. Der Absender schildert darin den Einmarsch der preußischen Truppen in Rouen am Tag zuvor. Auf der letzten Seite hat der Autor eine Pickelhaube gezeichnet und mit dem Vermerk „Casque Prussienne“ (preußischer Helm) versehen. Die Besetzung Rouens dauerte vom 6. Dezember 1870 bis zum 22. Juli 1871.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2784

Kommunarden auf der Place Vendôme

Fotografie, Frankreich, 1871, Abzug auf Papier

Die Aufständischen errichteten in Paris Barrikaden, um Widerstand leisten zu können. Allerdings wurden diese Hindernisse von den Regierungstruppen häufig umgangen. Die Fotografie zeigt bewaffnete Kämpfer (Kommunarden) neben der Napoleon-Säule auf der Place Vendôme.

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: F 2021/046

Ruine des Tuilerien-Palasts

Fotografie, Frankreich, 1871, Abzug auf Papier

Der 1564 errichtete und später erweiterte Tuilerien-Palast wurde von Aufständischen in Brand gesetzt. Die Ruinen der zerstörten Residenz wurden 1883 abgetragen. Es gibt Überlegungen in Frankreich, den Palast zu rekonstruieren.   

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: F 2021/050

Karikatur „Les capitulards. Paris livré“ (Die Pessimisten. Paris liefert)

Kolorierte Lithografie, Napoléon Charles Louis de Frondat (1846 –?), Frankreich, 1871, Papier, Karton

Die Darstellung zeigt eine weibliche Figur mit entblößter linker Brust, gefesselten Armen und phrygischer Mütze auf dem Kopf. Vermutlich handelt es sich dabei um die Personifikation der Stadt Paris. Vor ihr liegen eine Bürgerkrone sowie eine blutige Stichwaffe. Drei männliche Figuren, Louis Trochu, Jules Favre und Adolphe Thiers darstellend, liefern die Figur an die preußischen Belagerer aus. Deren Heerlager ist am linken Bildrand zu sehen. Der Zeichner blickt kritisch auf das Handeln der Regierung in Versailles, deren Truppen den Aufstand in Paris blutig unterdrückten. Die Regierungssoldaten waren durch zahlreiche, von den Deutschen freigelassene Kriegsgefangene verstärkt worden.

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: ZSg 2799

Karikatur „La Situation“

Kolorierte Lithografie, Frankreich, 1871, Papier

Die Karikatur nimmt Bezug auf den Aufstand der Pariser Kommune, der von Regierungstruppen bekämpft wird. Wilhelm I. und Napoleon III. beobachten die Auseinandersetzung. Auf dem Boden liegen allegorische Figuren der Freiheitsrechte, die dem Bürgerkrieg zum Opfer fallen. Wilhelm I. fragt Napoleon III., ob er eingreifen solle. Doch der Ex-Kaiser bittet den preußischen König, so lange zu warten, bis sich die Kämpfer gegenseitig vernichtet hätten. Napoleon III. arbeitete in der Kriegsgefangenschaft und im Exil an Plänen für seine Rückkehr auf den kaiserlichen Thron.

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: ZSg 2800

Landkarte von Frankreich

Druck, Alexandre Vuillemin (1812 – 1880), Frankreich, um 1871, Papier

Farbige Karte der Französischen Republik mit den Grenzen der Departments sowie einer Ausschnittskarte von Paris und Umgebung. Die früheren Departments von Elsass-Lothringen sind zwar eingezeichnet, aber nicht farbig markiert.

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: K 2021/005

Eine Sitzung der französischen Nationalversammlung zu Versailles

Druck, Deutschland, um 1871, Papier

Die Druckgrafik zeigt eine Sitzung der französischen Nationalversammlung. Als Sitzungssaal dient die ehemalige königliche Oper im Schloss Versailles.

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: ZSg 2810

Adolphe Thiers (1797 – 1877)

Albert-Ernest Carrier-Belleuse (1824 – 1887), Frankreich, um 1880, Biskuitporzellan, Email

Am 31. August 1871 wurde der „Chef der Exekutive“ von der Nationalversammlung zum ersten Präsidenten der Republik gewählt. Nach der Niederschlagung der Pariser Kommune bemühte er sich um die Festigung der republikanischen Ordnung. Die konservativ-monarchistische Mehrheit der Nationalversammlung zwang ihn 1873 zum Rücktritt. Die Büste wurde in der 1740 in Vincennes gegründeten ehemaligen Königlichen Porzellanmanufaktur angefertigt. Seit 1756 hat diese ihren Sitz in Sèvres. 

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: O 2021/019

Die Sitzung vom 16. Juni 1877

Fotografie, Boussod, Valadon et Cie., Frankreich, um 1885, Abzug auf Papier

Die Fotografie eines Gemäldes des elsässischen Malers Benjamin Ulmann (1829 – 1884) zeigt die Sitzung der französischen Nationalversammlung am 16. Juni 1877 in Versailles. Das Parlament ehrte an diesem Tag Adolphe Thiers als „Befreier des Staatsgebiets“. Thiers sitzt in der rechten Bildhälfte auf seinem Platz, während eine Reihe von Abgeordneten mit dem ausgestreckten Arm auf ihn deutet. Thiers kandidierte erneut für die Nationalversammlung, aber er verstarb während des Wahlkampfs.

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: F 2021/070

Patrice de Mac Mahon (1808 – 1893)

Claude Edouard Forgeot (1856 – 1888), Frankreich, 1874, Biskuitporzellan, Email

Patrice de Mac Mahon wurde nach Abschluss des Waffenstillstandes mit Deutschland zum Befehlshaber der Regierungstruppen im Kampf gegen die Pariser Kommunarden ernannt. Im Mai 1873 wählte die die Nationalversammlung ihn zum Präsidenten der Republik. Er sah sich als Platzhalter bis zur Wiederherstellung der Monarchie. Da die Pläne zur Restauration des Königtums scheiterten und die Republikaner zunehmend erstarkten, trat er 1879 von seinem Amt zurück. Die Büste stammt aus der Porzellanmanufaktur Sèvres.  

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: O 2021/019

La Tache noire („Der schwarze Fleck“)

Heliogravüre, nach Albert Bettannier (1851 – 1932), Frankreich, 1887, Papier

Der Druck nach einem Gemälde von A. Bettannier zeigt eine französische Schulklasse während des Unterrichts. Ein Lehrer deutet mit einem Stock auf die ehemaligen Provinzen Elsass und Lothringen. Diese sind auf einer Landkarte schwarz eingefärbt.

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: ZSg 2801

Georges Ernest Jean Marie Boulanger (1837 – 1891), französischer General und Kriegsminister

Fotografie, Frankreich, um 1890, Abzug auf Papier

Boulanger war das Aushängeschild einer ultrarechten, revanchistischen Bewegung, die zwischen 1880 und 1890 politisch aktiv war. Er war 1886/87 Kriegsminister und forderte die Franzosen auf, sich für die Niederlage von 1870 zu rächen. Sein volkstümlicher Spitzname lautete „Général Revanche“. Boulanger musste 1887 zurücktreten, wurde aber 1889 in die Nationalversammlung gewählt. Als Gerüchte über einen Putsch Boulangers aufkamen, wurde ein Prozess gegen ihn angestrengt. Er floh zunächst nach Belgien und beging nach dem Tod seiner Geliebten Selbstmord.

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: F 2011/040

Urkunde zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71

Druck, Frankreich, nach 1911, Papier

Es dauerte viele Jahre, bis der Staat die Kriegsteilnehmer angemessen ehrte. Zuvor wurden Erinnerungsmedaillen und Urkunden von privater Seite hergestellt und vertrieben. Die hier gezeigte, mit patriotischer und militärischer Symbolik verzierte Urkunde wurde für den Veteranen Simon Rochette aus Mornand-en-Forez (Departement Loire) ausgestellt.

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: ZSg 2802

Briefbeschwerer „Der Löwe von Belfort“

Frédéric Auguste Bartholdi (1834 – 1904), Frankreich, um 1900, Metall, Pappe

Die kleine Löwenfigur ist eine Kopie der monumentalen Steinskulptur „Lion de Belfort“. Diese wurde 1875 bis 1880 zur Erinnerung an die Belagerung der Festung Belfort durch die Deutschen (3. November 1870 – 13. Februar 1871) aus rotem Vogesensandstein geschaffen. Die Festung wurde nie eingenommen. Sie musste aber auf Anordnung der Regierung Thiers kapitulieren, damit der Waffenstillstand verlängert werden konnte.

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: O 2021/022

Ratifikationsurkunde

Deutschland, 1870, Samt, Papier, Pappe

Mit dem Vertrag vom 25. November 1870 trat Württemberg dem sich formierenden Deutschen Reich als Bundesstaat bei. Mit der Ratifizierung (Bestätigung) durch Württemberg und durch den König von Preußen im Namen des Norddeutschen Bundes trat der Vertrag in Kraft. Die Unterzeichnung der hier gezeigten Ratifikationsurkunde erfolgte am 22. Dezember 1870 in Versailles durch König Wilhelm I. und Otto von Bismarck.

Leihgabe Landesarchiv Baden-Württemberg/Hauptarchiv Stuttgart, Signatur: HSTAS E 100 Nr. 24

Ludwig II. (1845 – 1886), König von Bayern

Kupferstich, Johann Lindner (1839 – 1906), Deutschland, 1874, Papier, Holz, Glas

Ludwig II. trat im Juli 1870 an der Seite Preußens in den Krieg gegen Frankreich ein. In den Verhandlungen über die Gründung des neuen Nationalstaats war er jedoch auf die Wahrung seiner Stellung und der des Hauses Wittelsbach bedacht. Gebietsgewinne als Preis für die Aufgabe der Unabhängigkeit Bayerns erhielt er nicht. Eine von ihm geforderte hohe Geldsumme als Ausgleich für die von Bayern 1866 an Preußen gezahlte Kriegsentschädigung wurde später von Bismarck bewilligt und in Raten ausbezahlt.

Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 065

Die Deputation des Norddeutschen Reichstags in Versailles

Holzstich, nach einer Skizze von Friedrich (Fritz) Schulz (um 1823 – 1875), Deutschland, 1871, Papier

Am 18. Dezember 1870 empfing Wilhelm I. in Versailles eine Abordnung des Reichstags des Norddeutschen Bundes unter Leitung des Reichstagspräsidenten Eduard Simson (1810 – 1899). Diese bat den König, die deutsche Kaiserwürde anzunehmen. Um den Anschein eines demokratisch legitimierten Kaisertums zu vermeiden, wollte Wilhelm I. zunächst abwarten, bis der Aufruf der Fürsten an ihn ergangen war, den Kaisertitel anzunehmen.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2494

Königskrönung Friedrichs I., 18. Januar 1701

Heliogravüre, nach Anton von Werner, Deutschland, um 1900, Papier

Nach langen Verhandlungen mit dem Wiener Hof erlangte Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg die Erlaubnis Kaiser Leopolds I. (1640 – 1705), sein souveränes Herzogtum Preußen zum Königreich zu erheben. Am 18. Januar 1701 krönte er sich in der Schlosskirche der preußischen Hauptstadt Königsberg als Friedrich I. zum „König in Preußen“. Anton von Werner stellte das Ereignis 1887 auf einem Gemälde im Stil des Historismus dar.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2797

Kaiserbrief Ludwigs II. (Reproduktion)

Deutschland, 1870, Papier



In dem Schreiben vom 30. November 1870 fordert König Ludwig II. von Bayern als Angehöriger des ältesten regierenden Fürstenhauses im Namen der deutschen Bundesfürsten und der Freien Städte den preußischen König auf, den Kaisertitel anzunehmen. An Ludwigs Stelle übergab sein Onkel Prinz Luitpold von Bayern (1821 – 1912) am 3. Dezember 1870 Wilhelm I. den „Kaiserbrief“.



Leihgabe aus Privatbesitz



Abbildung: Seite 2 und 3

Kaiserbrief Ludwigs II. (Reproduktion)

Deutschland, 1870, Papier

In dem Schreiben vom 30. November 1870 fordert König Ludwig II. von Bayern als Angehöriger des ältesten regierenden Fürstenhauses im Namen der deutschen Bundesfürsten und der Freien Städte den preußischen König auf, den Kaisertitel anzunehmen. An Ludwigs Stelle übergab sein Onkel Prinz Luitpold von Bayern (1821 – 1912) am 3. Dezember 1870 Wilhelm I. den „Kaiserbrief“.

Leihgabe aus Privatbesitz

Abbildung: Seite 2 und 3

Erstes Wappenzeichen des Deutschen Reiches zur Kaiserproklamation in Versailles

Deutschland/Frankreich, 1871, Seide, Samt, Gold-Lamé, Glas, Holz

Das provisorische Reichswappen wurde während der Kaiserproklamation benutzt. Statt eines doppelköpfigen Adlers – seit dem 14. Jahrhundert Symbol für das Kaisertum im Heiligen Römischen Reich – entschieden sich die Verantwortlichen für einen rotgezungten und rotbewehrten einköpfigen Adler. Auf der Brust ruht der schwarz-weiße Hohenzollern-Schild. Über dem Adlerkopf schwebt eine Kaiserkrone.

Leihgabe Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Inventar-Nr.: SPSG, IX 7696

Französische Karikatur über die Kaiserproklamation und den Krieg

Frankreich, 1871, Papier

Der Tag der Kaiserproklamation wurde aus Sicherheitsgründen geheim gehalten. Daher berichteten nur wenige Zeitungen in kurzen Sätzen über das Ereignis. Die französischen Reaktionen auf die Proklamation im Schloss Ludwigs XIV. waren einhellig negativ. Die Karikatur zeigt den neuen Kaiser Wilhelm I., dessen Thron auf einem Leichenberg steht und der von Gevatter Tod gekrönt wird. Derweil versinkt ein anderer Kaiser – Napoleon III.  – mitsamt seinem Thron vor rauchenden Trümmern in einem Meer von Toten.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Signatur: F 400-0034

Brief Otto von Bismarcks an Johanna von Bismarck, Versailles, 27. Januar 1871

Frankreich, 1871, Papier

In dem Schreiben schildert Otto von Bismarck die Schwierigkeiten, die er bis zum Tag der Kaiserproklamation zu bewältigen hatte. So schrieb er unter anderem: „Diese Kaisergeburt war eine schwere, und Könige haben in solchen Zeiten ihre wunderlichen Gelüste wie Frauen, bevor sie der Welt hergeben, was sie doch nicht behalten können.“ Er habe mehrmals das Bedürfnis empfunden, „eine Bombe zu sein und zu platzen, daß der ganze Bau in Trümmer gegangen wäre.“

Archiv der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Signatur: A 3, Bl. 169

Die Proklamierung des deutschen Kaiserreichs (18. Januar 1871)

Anton von Werner (1843 – 1915), Deutschland, 1885, Öl auf Leinwand

Das Gemälde Anton von Werners, der das Ereignis als Augenzeuge miterlebte, ist die dritte und einzig erhaltene von vier Fassungen. Auf der Estrade stehen Wilhelm I., Kronprinz Friedrich Wilhelm und Großherzog Friedrich I. Hinter dem Kaiser sind weitere Fürsten versammelt sowie Regimentsfahnen der deutschen Truppen aufgereiht. In der Bildmitte ist Otto von Bismarck platziert. Rechts von ihm ist der preußische Generalstabschef Helmuth von Moltke abgebildet. In der rechten Bildhälfte sind vor allem preußische und bayerische Offiziere versammelt. Das Gemälde war ein Geschenk der preußischen Königsfamilie an Otto von Bismarck zu dessen 70. Geburtstag.

Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 049

König Friedrich I. im Ornat des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler

Kupferstich, Johann Georg Wolffgang (1664 – 1744), Deutschland, 1717, Papier

Der Kupferstich zeigt den ersten preußischen König, Friedrich I. (1657 – 1713). Er trägt den Ornat des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler. Es handelt sich dabei um die höchste Auszeichnung des Königreichs Preußens. Friedrich stiftete den Orden am 17. Januar 1701.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2796

Karte mit Aufstellung der deutschen und französischen Armeen am 26. Februar 1871

Deutschland, nach 1871, Papier
Germany, after 1871, paper

Die Karte zeigt die Aufstellung der deutschen und französischen Armeen zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Vorfriedens von Versailles am 26. Februar 1871.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Altbestand

Der Siegeseinzug in Paris am 1. März 1871

Lithografie, Deutschland, F. Kaiser, um 1870/1880), Papier

Auf deutschen Druck hin musste die provisorische Regierung einer zeitweisen Besetzung von Paris zustimmen. Das Hauptquartier der Besatzungstruppen in einer Stärke von 30.000 Mann wurde im Élysée-Palast untergebracht. Die Lithografie zeigt den Einzug der deutschen Truppen am Morgen des 1. März 1871 auf der Avenue des Champs-Élysées. Im Vordergrund führt Kronprinz Albert von Sachsen (1828 – 1902) die Gruppe von deutschen Fürsten, Prinzen und Feldherren an; hinter dem sächsischen Kronprinzen folgt Otto von Bismarck. Aufgebrachte Pariser Bürger werden von Soldaten abgedrängt. Am 3. März räumten die Deutschen die Stadt wieder.

Archiv der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: O 2015/016

Tisch vom Versailler Vorfrieden

Frankreich, vor 1871, Mahagoni/Eiche, Filz, Metall

Die „Friedens-Präliminarien zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich“ wurden am 26. Februar 1871 in Bismarcks Versailler Quartier in der rue de Provence 14 unterzeichnet. Für die deutsche Seite signierten neben Otto von Bismarck die vier Vertreter der süddeutschen Staaten, für die französische Seite Adolphe Thiers und Jules Favre. Die Bestätigung des Vorfriedens durch die Nationalversammlung in Bordeaux erfolgte am 4. März 1871.

Bismarck-Museum Friedrichruh, Inventar-Nr.: A 048

Die Friedensunterzeichnung in Frankfurt am Main

Druck, nach Otto Donner von Richter (1828 – 1911), Deutschland, 1886, Papier

Die Unterzeichnung des Friedensvertrages erfolgte am 10. Mai 1871 im Frankfurter „Hotel zum Schwan“. Im Vordergrund stehen Otto von Bismarck und Jules Favre. Die Ratifikation fand am 16. und am 18. Mai 1871 statt, der Austausch der Ratifikationsurkunden erfolgte am 20. Mai in Frankfurt. Die goldene Feder, mit der der Friedensvertrag unterzeichnet wurde, wird heute in der Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung im Historischen Bahnhof von Friedrichruh gezeigt.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: L 1999/092

Adolphe Thiers sichert Belfort für Frankreich

Kolorierte Lithografie, Pierre Gustave Eugène Staal (1817-1882), Frankreich, um 1877, Papier

Adolphe Thiers umarmt auf der Darstellung die Personifikation der Festung Belfort. Diese ist in elsässischer Tracht dargestellt. Links streckt eine in den Farben der Trikolore gekleidete Allegorie Frankreichs ihre Arme aus. Während der Friedensverhandlungen stellte Otto von Bismarck Thiers vor die Wahl, den Einmarsch deutscher Truppen in Paris zu akzeptieren oder die Festung Belfort an Deutschland abzutreten. Thiers entschied sich für den Verbleib Belforts bei Frankreich. Dafür nahm er die als Demütigung empfundene Besetzung von Paris durch die Deutschen hin.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2798

Der erste deutsche Reichstag in Berlin

Druck, Deutschland, 1871, Papier

Am 3. März 1871 wurde ein neuer Reichstag gewählt. Mit rund 46 Prozent der Stimmen gewannen die liberalen Parteien eine deutliche Mehrheit. Von 382 Abgeordneten gehörten 202 den Liberalen an. Das Parlament trat am 21. März zu seiner konstituierenden Sitzung im preußischen Abgeordnetenhaus in der Leipziger Straße in Berlin zusammen. Am gleichen Tag wurde Otto von Bismarck zum Reichskanzler ernannt. Am 16. April verabschiedete der Reichstag mit großer Mehrheit die Reichsverfassung.

Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: L 1999/112

Otto von Bismarck als Reichskanzler

Carl Cauer (1828 – 1885), Deutschland, um 1890, Gips

Otto von Bismarck trägt eine Interimsuniform der Kürassiere mit Stulpenstiefeln und stützt sich auf den Pallasch (Hieb- und Stichwaffe mit gerader Klinge – fehlt). In der rechten Hand hält er die Verfassungsurkunde. Durch seine zentrale Stellung im Verfassungsgefüge wurde der Reichskanzler zu einem der maßgeblichen Verfassungsorgane.  

Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 382

Gesetz betreffend die Verfassung des Deutschen Reichs

Deutschland, 1871, Papier

Die Reichsverfassung basierte auf der Verfassung des Norddeutschen Bundes von 1867 sowie den Novemberverträgen von 1870. Nach der Reichsgründung wurden einige Begriffe geändert und die Sonderrechte der süddeutschen Bundesstaaten eingefügt. Durch das Gesetz vom 16. April 1871 trat die neue Verfassung rückwirkend zum 1. Januar in Kraft. Sie war ein Kompromiss zwischen überkommenem Obrigkeitsstaat und demokratischer Teilhabe. Die Reichsverfassung war vor allem ein Staatsorganisationsstatut, weil sie nur wenige Grundrechte enthielt. Diese waren in den Landesverfassungen garantiert.

Bundesarchiv, Berlin, Signatur: R 5201/5, Bl. 10

Die heldenhafte Verteidigung der Zuaven in Villersexel im Jahre 1871

Paul Louis Narcisse Grolleron (1848 – 1901), Frankreich, nach 1871, Öl auf Leinwand

Das Gemälde zeigt die Verteidigung des Ortes Villersexel (Ostfrankreich) durch französische Soldaten, darunter auch Zuaven, am 9. Januar 1871. Das Gefecht gehört zu den wenigen siegreichen Kämpfen der Franzosen. Die Kriegsniederlage Frankreichs war mit diesem Erfolg jedoch nicht aufzuhalten. Grolleron war als Maler und Illustrator auf den Deutsch-Französischen Krieg spezialisiert.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 2021/018

Passierschein

Druck, Frankreich, 1871, Papier

Zweisprachig bedruckte Bescheinigung zum Passieren der deutschen Stellungen nach Abschluss des Waffenstillstands vom 28. Januar 1871. Das Dokument erlaubte den Parisern, die noch immer von deutschen Truppen eingeschlossene Stadt auf dem Landweg zu verlassen. Der Vordruck wurde ausgestellt von der Polizeipräfektur und der Armee von Paris im Namen der Französischen Republik im Februar 1871.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: ZSg 2785

Jules Favre (1809 – 1880), französischer Politiker und Staatsmann

Fotografie, Eugène Thiebault (1826 – 1880), Frankreich, um 1870, Abzug auf Papier

Jules Favre rief mit Léon Gambetta am 4. September 1870 in Paris die Republik aus. Der „Regierung der nationalen Verteidigung“ gehörte er als Außenminister an. In dieser Funktion verhandelte er mit Otto von Bismarck über einen Waffenstillstand und einen Friedensschluss. Er unterzeichnete den Waffenstillstand vom 28. Januar sowie den Frieden von Frankfurt vom 10. Mai 1871. Am 2. August 1871 trat er von seinem Amt zurück.

Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2021/035

Fotos der Siegesfeiern in Berlin und München

Fotografie, Deutschland, 1871



Die Fotografien zeigen geschmückte Gebäude, Denkmäler und Beutewaffen während der Siegesfeiern in Berlin und München 1871.



Leihgabe Stiftung Schloss Glücksburg/Stadtmuseum Stendal

 

Der Lustgarten mit dem Alten Museum, Berlin (Leihgabe Stadtmuseum Stendal)

Die Feldherrnhalle am Odeonsplatz in München (Leihgabe Stiftung Schloss Glücksburg)

Denkmal für die Schlacht bei Spichern (Leihgabe Stiftung Schloss Glücksburg)

Das geschmückte Brandenburger Tor (Leihgabe Stiftung Schloss Glücksburg)

Germania mit ihren „Töchtern“ Elsass und Lothringen (Leihgabe Stiftung Schloss Glücksburg)

Erbeutete Waffen und Ausrüstungsgegenstände (Leihgabe Stiftung Schloss Glücksburg)

Das geschmückte Siegestor in München (Leihgabe Stiftung Schloss Glücksburg)

Die Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles, 28. Juni 1919